Köpenicker SC II mit souveränen Wiederaufstieg in die Bezirksliga | Ein Saison-Rückblick

Die Scharte ist ausgewetzt: Die 2.Herren vom Köpenicker SC schafft souverän direkten Wiederaufstieg in die Bezirksliga — Ein Saison-Rückblick

Das Ziel war klar, als sich die „Zweete“ zum Auftakt der Vorbereitung auf die Saison 2016/2017 zusammenfand: Sofortige Rückkehr in die Bezirksliga!!!
Kurz zuvor war man aus dieser Liga, der man seit 2006 ununterbrochen angehörte, abgestiegen. Grund dafür war eine miserable Hinrunde und eine am Ende denkbar ungünstige Tabellenkonstellation, bei der selbst die schlussendlich erreichten 33 Zähler nicht für den Klassenerhalt ausreichten.

Nun sah sich die Mannschaft zahlreichen Abgängen (u.a. Melchert, Wesselhöft, T. Schulze, D. Jakob, Hinz) und einem Trainerwechsel ausgesetzt. Den scheidenden Uwe Trautmann ersetzte das Spielertrainer-Duo Weinholz und Peters.

Von Anfang an ein breiter Kader

Durch diverse Zugänge und den Erhalt der meisten Stammkräfte verfügte man aber trotz dessen frühzeitig über eine solide Spieleranzahl. Dies ermöglichte eine gute Saison-Vorbereitung, in der achtbare Testspielresultate erzielt wurden. Zwar war bei einigen Kickern im Vornherein klar, dass sie berufsbedingt oft nicht zur Verfügung stehen würden (z.B. Zirm, Hölzer), doch auch sie trugen zu der für den Erfolg notwendigen Spielerbreite und dem damit einhergehenden wertvollen Konkurrenzkampf bei.

Starke Hinrunde ebnete den Erfolg

Der auch offiziell auferlegten Favoriten-Rolle wurde der KSC II frühzeitig gerecht – Vor allem auswärts, wo in der gesamten Hinrunde nicht ein einziger Punkt liegen gelassen wurde. Obwohl Kapitän Koppe frühzeitig in der Saison verletzungsbedingt lange ausfiel und der nominelle Ersatz Born durch eine schwere Verletzung in der Saison gar nicht mitwirken konnte, war das Team dennoch insbesondere aus dem Mittelfeld heraus spielstark. Denn dort übernahm Enrico Jakob die Regie. Ob hängende Spitze, Zehner oder Sechser: „Ente“ fungierte nicht nur als Dauer-Anspielstation und kongenialer Passgeber. Er lief auch gefühlt doppelt so viel wie seine Mit- und Gegenspieler, war nie verletzt (bis auf eine Gelbsperre spielte er jedes Spiel!) und steuerte zudem wichtige Treffer bei. 20 sollten es am Ende sein. Ohne Frage: Der Spieler der Saison!

Brandgefährliche Offensive

Aprospos Treffer erzielen: Bei dieser Disziplin konnte sich in dieser Spielzeit insbesondere Angreifer S. Stassen auszeichnen. Trotz vieler haarsträubende Fehlentscheidungen vor dem gegnerischen Kasten verblieben genug Situationen, in denen er für Zählbares sorgte. Am Ende waren es 44 Buden, oben drauf hab es die Torjägerkanone der gesamten Kreisliga A. Auch der stets fitte M. Stassen und der sichere Elfmeter-Schütze Weinholz (je 13) trugen sich neben dem bereits genannten Jakob oft in die Torschützenliste ein. Sicherlich wären es bei den ebenfalls regelmäßig stark aufspielenden Offensiv-Akteuren Ali (8), B. Stassen (5) und Melchert (9) auch mehr Saisontreffer geworden, Erstgenannte fehlten jedoch viele Spiele verletzungsbedingt, und Letzterer stieß nach einem halben Jahr Auszeit erst zur Rückrunde wieder zum Team. So kam der KSC II auf unfassbare 147 Buden, der zweitbeste Wert aller Berliner Herren-Teams. Zweimal überrannte man den Gegner zweistellig, nur neun Mal gab es weniger als vier eigene Treffer zu bejubeln. Hervorzuheben ist auch, dass bis auf die beiden Torhüter sowie die Abwehrspieler Marcinek, Thorenz, Rönz, Ziems und den Langzeitverletzten Radtke alle Spieler mindestens ein Tor erzielten.

Auch hinten weitestgehend eine Bank

Ohne eine gute Hintermannschaft wäre der Erfolg jedoch sicherlich nicht in diesem Maße eingetreten. Spielertrainer Weinholz spielte mit Team- (und übrigens auch Wohn-)genossen Fiedler einen sehr soliden Stiefel und bildete die Innen-Achse des Bollwerks, welches (Wertungen mit inbegriffen) fast ein Drittel der Saisonspiele die Null halten konnte. Dabei fehlte Weinholz die erste Hälfte der Rückrunde aufgrund einer Wintersportverletzung, war aber schneller wieder fit, als alle dachten. Old-Star Maier hielt – entgegen eigener Prognosen – nicht nur die komplette Saison durch, sondern entpuppte sich in vielen Spielen ebenfalls als unverzichtbare Säule in der Defensive. Echte Verstärkung waren auch die Youngster, die sich ihre Sporen in ihrer ersten Herren-Saisons verdienten. Marcinek, Thorenz, Schweppenhäuser und Barke bildeten die (insbesondere perspektivisch gesehen) so dringend benötigte Verjüngungs-Brigarde. Barke spielte sogar meistens von Beginn an und über die volle Spiellänge. Unglaublich, wie zweikampfstark und überlegt der Verteidiger mit seinen erst 19 „Lenzen“ schon agiert. Zudem hatte die Band mit Teschke (2. Männerjahr) und Khalaf in Puncto „generationsübergreifendes Teamwork“ spielstarke und -freudige Vertreter der jüngeren Zunft.

Einzig die Position des Torwarts war vor der Saison durch den Weggang beider Vorsaison-Keeper vakant. Die Lücke schloss der gelernte Abwehrspieler Steinberg, der die Aufgabe schließlich auch überragend meisterte. Auch bei dessen Unpässlichkeit konnte die Zweete durch Trainer Peters oder den noch in der A-Jugend spielenden Thiemann für Ersatz sorgen. Ein auf dieser Position den Wettbewerb belebenden Zugang kam dann in der Winterpause. Keeper Markus Aßmann, bereits zuvor lange Jahre im Verein aktiv, kam von Friedrichshagen und brachte Jahrzehnte lange Keeper-Erfahrung mit.

Leistungsdelle in der frühen Rückrunde

Ganz frei von Leistungsschwankungen war der KSC II aber nicht. Be…-scheidene Auftritte, die in der Hinrunde noch unbestraft blieben, führten im März zu drei spielerischen Niederlagen in Serie. Insbesondere gegen Besiktas (2:5), und den späteren Niederlagen gegen Inter II (2:6) und Wacker (4:8) wurden bestehende Schwächen des Teams offensichtlich und vom Gegner auch entsprechend ausgenutzt.
Insgesamt 49 Gegentore sind – auch wenn am Ende der Staffelsieg steht – einfach zu viel. Neben den mangelhaften Ergebnissen sah sich das Trainer-Duo in dieser Phase mit Verletzungen vieler Akteure konfrontiert.

Wiedereintritt des Erfolgs nach nachträglicher Spielwertung

Die dritte März-Niederlage der Saison gegen die ebenfalls in diesem Spiel besseren Weddinger vom SC Minerva (1:2) wurde nachträglich zugunsten der Köpenicker gewertet – Irre: Denn nach Bekanntgabe der Wertung begann eine Serie von fünf weiteren Dreien. Auch stand Kapitän Koppe dem Team wieder zur Verfügung. Bisherige Auswechselspieler (u. a. Müller, auch die Neuzugänge Donnhof, Ziems, Rönz) wurden mit verbesserter Fitness immer öfters Teil der spielenden Delegation.

In dieser Phase der Saison setzte man sich entscheidend vom Verfolgerfeld ab, sodass auch die Niederlagen in den direkten Duellen gegen die Topteams keine Auswirkungen mehr hatten. Im viertletzten Spiel machte man den Aufstieg perfekt, ein Wochenende danach feierte der KSC II den Staffelsieg.

Ungewissheit über die zukünftige Rolle des KSC II

Das Bezirkliga-Urgestein ist also zurück. Nun muss bewiesen werden, dass der Abstieg wirklich nur ein Ausrutscher war, und dass man wieder eine konkurrenzfähige und schlagkräftige Truppe für die achthöchste Spielklasse hat – Alles unter Berücksichtigung des Umstands, dass auch darauf hingearbeitet werden muss, dass die erste Mannschaft des Vereins wieder den Sprung in die Landesliga schafft und dafür Kräfte binden wird.

Fest steht, dass Trainer Peters seine leitende Position in der kommenden Saison nicht mehr inne haben kann. Die Mannschaft ist also weitestgehend auf sich gestellt, zumal aber Weinholz dem Team erhalten bleibt. Der Verein und die Fans sind gespannt. Die Daumen sind gedrückt.

Die Voraussetzungen sind nämlich grundsätzlich gut. Denn neben dem sportlichen Erfolg stimmte es auch im zwischenmenschlichen Bereich. Die sowohl aus der Jugend als auch die aus der Fremde zugestoßenen Spieler fügten sich nahtlos ins „Gesellschaftsprofil“ der Zweeten ein. Viele Highlights außerhalb des grünen Geläufs (Weihnachtsfeier, Höhentrainingslager, Saisonabschluss mit Party-Strassenbahnfahrt, diverse Geburtstagsfeten und Spontan-Feiern u. v. m.) trugen in der abgelaufenen Saison zu einem sehr guten Betriebsklima bei und werden das sicherlich auch zukünftig tun.

Text & Foto: Köpenicker SC

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