Ertugrul Erol: „Der Aufstieg mit Hilalspor in die Berlin-Liga ist das Ziel“

Ertugrul Erol über das schöne Gefühl nach dem Aufstieg in die Landesliga, Fußball als Freizeitbeschäftigung und Ziele mit Hilalspor Berlin.

Ertugrul, wir haben nur ganz kurz zusammengespielt, nach einem halben Jahr bist du direkt zu Hilalspor Berlin weitergezogen. Welche Gründe gab es für den Wechsel?

Die kurze Zeit bei Hermsdorf hat mir wirklich Spaß gemacht und ich habe jede Menge neuer Freunde gefunden. Meine Verletzung war einer der Gründe, warum ich gewechselt bin. Der andere Grund war einfach, dass ich diesen langen Weg bis nach Hermsdorf nicht mehr fahren wollte. Das hatte sich für mich nicht mehr gelohnt. Ich wollte mehr Zeit für die Uni investieren und bei Hilalspor konnte ich die Zeit gut einkalkulieren, weil ich zum Training nur 5 Minuten brauche statt 45 Minuten.

Ja stimmt, du hattest dich damals schwer verletzt. War das der erste und einzige Rückschlag in deiner Karriere und welche Höhepunkte hast du miterleben dürfen?

Ja, das war der erste und einzige Rückschlag. Mittlerweile habe ich auch keine Probleme mehr mit dem Sprunggelenk. Erfolge konnte ich einige feiern, der schönste war der Aufstieg in die Landesliga mit Hilalspor. In der Jugend bin ich, damals noch mit Türkiyemspor, einmal aufgestiegen und Hallenmeister geworden.

Beim Aufstieg in die Landesliga warst du als Stammspieler dabei, ein schönes Gefühl?

Es ist immer ein schönes Gefühl als Stammspieler dabei zu sein und das gesteckte Ziel, den Aufstieg, zu erreichen. Da ist man schon stolz auf sich. Wir haben uns untereinander sehr gut verstanden.

Von dem Erfolg konntest du in der vergangenen Saison nicht profitieren. Lediglich 14 Minuten stehen auf deinem Einsatzkonto. War die Konkurrenz so groß?

Konkurrenz belebt das Geschäft. Und ja, die gibt es in dieser Saison auch. Ich wäre niemals gekränkt oder sauer, wenn ich nicht spiele. Ich bin ein geduldiger Mensch. Ist ein Spieler fitter als ich und bringt bessere Leistungen im Training, dann gönne ich es ihm und freue mich sogar, wenn er gute Leistungen erbringt. Aufgrund privater Angelegenheiten konnte ich kaum beim Training anwesend sein, so hatte die Konkurrenz die Chance zu spielen.

Warst du enttäuscht über die Entwicklung?

Wie eben schon erwähnt, ich gönne es den anderen und werde trotzdem immer mein Bestes geben. Ich sehe den Fußball eher als Freizeitbeschäftigung, die ich aber mit Leidenschaft ausübe. Es ist zur Gewohnheit geworden. Nach der Schule, Universität oder Arbeit seine Tasche zu packen und am Abend zu trainieren. Es ist nicht leicht aufzuhören.

Greifst du in dieser Saison trotzdem noch mal an?

Ja, das werde ich. In jedem Training werde ich alles reinhauen und versuchen meinem Team damit bestmöglich zu helfen.

Welche Ziele hast du bzw. habt ihr für die kommende Saison?

Es wird schwierig und spannend. Unsere Staffel ist echt stark und die Vereine haben sich reichlich verstärkt. Das Ziel ist klar: Der Aufstieg in die Berlin-Liga mit Berlin Hilalspor.

Gab es an eurem Kader viele Veränderungen? Habt ihr eure Qualität erhöhen können?
Naja, wirklich enorme Veränderungen gab es nicht. Es sind vier bis fünf Spieler gewechselt, dementsprechend wurden Transfers durchgeführt. Mit der neuen Mannschaft sind wir noch in der Anfangsphase würde ich sagen, dennoch kann ich einen kleinen Niveauunterschied erkennen. Auch wenn die Qualität im Moment hoch ist, es gibt immer verbesserungsbedarf.

Auch der VfB Hermsdorf ist in eurer Staffel, ist dieses Spiel etwas besonderes für dich oder war die Zeit beim VfB dafür einfach zu kurz?

Gefreut habe ich mich schon, als ich erfuhr, dass Hermsdorf in der Staffel ist. Dieses Spiel möchte ich jetzt nicht hochwerten. Ich freue mich nur alte Spielkameraden, die ich in der kurzen Zeit kennenlernen durfte, wiederzusehen. Ein bis zwei Spieler, die ich bereits seit der Füchse-Jugend kenne, auf die beiden freue ich mich ganz besonders.

Wie bist du zum Fußball gekommen?

Das ging ganz schnell. Mein Vater wollte, dass ich schon mit jungen Jahren anfange Sport zu treiben, damit ich neben der Schule einer weiteren Beschäftigung nachgehe. Da Fußball sein persönlicher Favorit und er selber in der Türkei als Fußballer aktiv war, wollte er natürlich, dass ich Fußball spiele und meldete mich bei Berlin Hilalspor an.

Wann hast du gemerkt, dass es mit dem Traum vom Profisportler nichts wird?

Als Jugendlicher hatte jeder von uns den Traum Profi-Fußballer zu werden. Das wäre optimal, um an das große Geld zu kommen. Ich habe mit der Zeit gemerkt, dass einigen Fußballern die Chance genommen wurde, bei den ganz Großen zu schnuppern, um zu sehen, ob sie wirklich mit dem hohen Niveau mithalten können. Viele kennen es genauso gut wie ich, hat ein Fußballer gute Verbindungen, spielt das Talent keine Rolle mehr. Das zu wissen, nimmt einen Spieler die Lust und Leidenschaft. Deshalb denke ich: Ich spiele lieber mit Freunden in den unteren Ligen und habe meinen Spaß.

Von welchem Trainer konntest du am meisten lernen?

Ich hatte in meiner Jugend viele gute Trainer, von denen ich auch einiges mitnehmen konnte. Doch das Meiste konnte ich von Isvan Demir lernen. Er trainierte mich in der C-Jugend bei Türkiyemspor und zuletzt bei Hilalspor. Er ist einer der besten Trainer, die ich bis jetzt hatte.

Ich wünsche dir und Berlin Hilalspor für die kommende Saison viel Erfolg.

Das Interview führte Marcel Peters | Fotos: Muharrem Yarar

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